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Journalist
Bernd Brüggemann verbreitet Informationen

Sender Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) schreibt, dass ein Journalist "hauptberuflich an der Verbreitung von Informationen, Meinungen und Unterhaltungen durch Massenmedien beteiligt ist".

Aber wie jedes Musikstück zunächst komponiert werden muss, muss jede Information erst recherchiert werden, bevor sie publiziert werden kann und so lange bin ich zunächst einmal Autor.

Darin liegt zugleich die Gefahr: Der französische Medien-Theoretiker Jean Baudrillard sprach in diesem Zusammenhang von "Rede ohne Antwort" und kritisierte, dass heute die Bilder der Wirklichkeit, die über die Massenmedien vermittelt werden, wichtiger und Wirklichkeitsmächtiger geworden sind, als die Wirklichkeit selbst.

Sprich: Bei meiner journalistischen Arbeit steht für mich die Frage der Relevanz und der Darstellung eines Themas in Vordergrund. Dabei ist es egal, ob es um ein politisch brisantes, emotional bewegendes oder humorvoll unterhaltendes Thema handelt.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Ein bei meinen Hörern beliebter Musiker veröffentlicht seine neue CD. Mir gefällt sie nicht. Sie ist genauso aufgebaut, wie seine Letzte - nur deutlich einfallsloser.

Wie verhalte ich mich jetzt als Journalist? Verfasse ich eine negative Kritik und ziehe mir den Unmut vieler Fans und eventuell meiner Vorgesetzten zu oder schreibe ich etwas Gefälliges, um unausgesprochene Erwartungen zu erfüllen? Ist meine Meinung überhaupt journalistisch repräsentativ oder eine emotional beeinflusste, subektive Einzelmeinung? In diesem Fall ist beides nicht ganz falsch.

Meine Aufgabe als Journalist besteht trotz solcher Konflikte darin, mich objektiv und überpartlich mit allen Aspekten eines Sachverhaltes so auseinander zu setzen, dass es Ihnen als Leser oder Hörer möglich ist, sich aus den von den von mir gebotenen Informationen, eine eigene Meinung bilden zu können.

Ein Zitat von Hanns Joachim Friedrichs ist inzwischen zum Klassiker unter Journalisten geworden und auch Grundlage für meine journalistische Arbeit: "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört."